Projekte

 

Koperation mit Schauspielhaus Bochum

MELANCHOLIA

NACH DEM FILM VON LARS VON TRIER

REGIE: JOHANNA WEHNER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Schauspielhaus Bochum

 

Am vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens gewinnt Justines Schwermut die Oberhand über sie. Innerhalb eines Abends zerstört sie alles, was ihr etwas bedeutet: Ihr Bräutigam reist ab, sie verliert ihren Job, ihre Welt zerbricht. Einige Monate später nähert sich der todbringende Planet Melancholia der Erde. Angezogen von seiner Schönheit, erholt sich Justine. So ist diejenige, die am meisten unter der Welt leidet, am stärksten, wenn sie tatsächlich untergeht. Johanna Wehner inszeniert Lars von Triers vielfach prämierten, bildgewaltigen Film erstmals auf einer Theaterbühne. Sie entwirft einen diversen Theaterabend, in dem Depression zum Sinnbild gesellschaftlichen Nicht-Funktionierens wird. Charakteristisch für die Arbeit der mit dem Theaterpreis DER FAUST für beste Schauspielregie 2017 ausgezeichneten Regisseurin sind aufwendig komponierte, musikalisch verdichtete Textfassungen sowie die Erschaffung atmosphärisch- düsterer und eigenwillig skurriler Weltentwürfe.

dorisdean ist Teil des Ensembles.

 

Mehr Informationen und Tickets

 

Kritiken:

Nachtkritik.de

Ruhrnachrichten

Süddeutsche Zeitung

 

 

 

 

ES TUT UNS LEID, MARGARETE.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den deutschen Showmaster der ersten Stunde, Joachim „Blacky“ Fuchsberger, waren seine Spielshows der 1950er und 1960er Jahre die „Therapie für eine psychisch gestörte Nation“. Gameshows und fulminante Unterhaltungseinlagen fungierten als Beschäftigungstherapie für das psychisch kranke Nachkriegsdeutschland.

Ein Jahr lang hat sich das Bochumer Kollektiv dorisdean mit Spielshows aus sechzig Jahren Fernsehgeschichte beschäftigt. Gemeinsam haben sie geglotzt, gezockt, recherchiert, verstanden und verschmäht. „Es tut uns leid, Margarete.“ ist ein performativer Fernsehabend mit sieben Showeinlagen, sieben Menschen, sieben Computern. Mit sieben Mal gewinnen oder verlieren. Ohne Angst vor den Grenzen der eigenen Toleranz, dem eigenen Rassismus, der Banalität des Bösen. Und mit dem Glauben an eine bessere Welt: eine Utopie der unantastbaren Würde jedes Menschen.

Termine

Freitag, 19.1.2018, 19.30 Uhr

Samstag, 20.1.2018, 19.30 Uhr

Sonntag, 21.1.2018, 18 Uhr

 

Tickets: 8€ (ermäßigt 5€)

 

Reservierungen unter tickets(at)dorisdean.de

 

Alle Vorstellungen in der Zeche 1 – Zentrum für urbane Kunst (Prinz-Regent Straße 50-60, Bochum)

 

Mit: Philipp Hohmann, Kübra Sekin, Anna Julia Amaral, Miriam Michel, Christopher Bruckman, Patrizia Kubanek, Charis Nass, Viviane Hoof, Dr. Esch, Antje Haury und im Herzen Wera Mahne

 

dorisdean erhält für die Produktion vom European Centre for creative economy (Ecce) eine individuelle KünstlerInnen Förderung (IKF). Link zur Projektvorstellung auf der ecce Homepage

gefördert durch:

 

 

 

 

 

Haltung, bitte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Performance von dorisdean mit Tänzer*nnen des balletthagen, entwickelt von dorisdean am Theater Hagen

im Rahmen des Festivals Farben des Tanzes

 

Das Stück handelt von der inneren und äußeren Haltung von Tänzer*innen mit und ohne körperliche Behinderung.

dorisdean wird in dieser Arbeit von zwei professionellen Tänzer*innen auf der Bühne unterstützt und gemeinsam erforschen die Performer*innen die Normen des tanzenden Körpers.Wir fragen uns, wer eigentlich bestimmt, ob und ab wann man sich als Tänzer*in bezeichnen darf und was es bedeutet in, bzw. mit, einem nicht der geltenden Norm entsprechenden Körper zu tanzen. Welche gesellschaftlichen Ansprüche werden an "den Tanz" gestellt und wie eng sind diese mit dem bewegten Körper verknüpft? Wie tanze ich Hand in Hand mit nur einer Hand? Ist "Rollen" eine tänzerische Bewegung? Was bedeutet Tanz für jeden ganz persönlich?Haltung, bitte. ist eine Abfolge von Experimenten. Die Performance dauert 1-2 Stunden und setzt sich aus 15-20 Szenen zusammen, in denen einzelne Performer*innen, Paare oder alle gemeinsam, tanzen, sprechen, singen, zuschauen und zuhören.Unsere Arbeit spielt immer mit der Frage nach Sicherheit und Unsicherheit auf, hinter und vor der Bühne. Daher haben wir auch bei „Haltung,bitte.“ eine Spielanordnung mit Spielregeln und Systematiken entwickelt, die auf der Bühne zu einer Live-Dramaturgie führt, die an jedem Aufführungsabend neu entschieden wird. Dies bedeutet, dass die Performer*innen sich in jeder Vorstellung neu entscheiden welche Sequenzen in welcher Reihenfolge verformt

werden.

I LIKE TO PLAY

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ist dorisdean´s Performance zum Thema Sexualität/körperlicheBehinderung/soziales GeschlechtGender.

Die 7 PerformerInnen werden sich in abwechselnden Szenen und mit unterschiedlichen theatralen Mitteln mit ihrer eigenen Sexualität und ihrem sozialen Geschlecht auseinander setzen. Stumme Szenen, getanzte Fragen auf einem Spitzenschuh, gesungene Denkansätze, Berichte von sexuellen Ausnahmesituationen, schwarze Hasen und eine Rollstuhlfahrerin in Dominatix-Outfit sind nur einige Bestandteile der Bühnen-Performance.

Wer wir sind, wo wir herkommen und wieso wir unsere geschlechtliche Persönlichkeit definieren wie wir es tun, sind grundlegende Fragen dieser unserer neuen Arbeit. Dabei bleiben alle PerformerInnen immer authentisch und direkt. Ob allerdings jede Geschichte die eigene ist, bleibt ungesagt. Wer wir sind, wo wir herkommen und wie auswechselbar soziale Konstrukte von Geschlecht und Normativität sind, ist unsere grundlegende Erkenntnis für diese Aufführung.

 

Technische Anforderungen: Tanzboden (oder ähnliches),8 Mikrophone mit Mikrophonststativ, CDPlayer, DVDPlayer, Beamer, barrierefreier Zugang zur Bühne, Rollstuhltoillette, 6 Stühle, ein Tisch

 

 

 

 

 

HYPERGAMIE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Eine Ehe ist der Preis für harte Arbeit. Eine Ehe ist wie ein Schiff, das nach Irrfahrten in den Hafen einläuft. Eine Ehe ist die wohlverdeinte Ruhe zweier engagierter Menschen. Eine Ehe ist das zarte Pflänzchen, das Gleichgesinnte gemeinsam aufziehen.“

 

Diese Hochzeitssprüche aus Magazinen und Webseiten prägen noch immer unser Bild von Ehe und Partnerschaft. Was aber, wenn eine Ehe zwischen zwei körperlich ganz unterschiedlichen Menschen geschlossen wird und damit unsere gelernten und gespeicherten Kategorien des gesellschaftlichen Miteinanders nicht mehr anwendbar sind? Wer lenkt überhaupt das besagte „Schiff in den Hafen“, wenn einer der Partner keine Arme hat? Wie erklimmt man Sprossen, wenn einer im Rollstuhl sitzt? Wie geht man gemeinsam, wenn einer nicht gehen kann? Um solche Fragen zu ergründen, lädt dorisdean zur Hochzeit mit Hindernissen ein. Das Brautpaar geht eine Ehe zwischen einer körperlich behinderter Frau und einem nicht behindertem Mann ein. Ausgangspunkt für diese Konstellation

ist unsere Annahme, dass die Eheschließung zwischen einem allgemein als schön und attraktiv empfundenen Mann und einer offensichtlich verkrüppelten Frau bei vielen Menschen auch heute noch auf Unbehagen und Unverständnis stößt. In Interviews haben wir Partner solcher Verbindungen befragt und meist wurde berichtet, dass Frauen, die einen körperlich behinderten Mann lieben, als hilfsbereit, sensibel und aufopferungsvoll empfunden werden. Die Kategorie der Frau als Muttertier ist gleichsam ein schwerveränderbarer Grundsatz unserer Gesellschaft. Daher bereitet eine solche Partnerschaft weniger Irritation. Einem gut aussehenden Mann jedoch, der eine körperlich eingeschränkte Frau wählt, begegnet die Mehrzahl der Menschen mit Unverständnis. Frei nach dem Motto: „Da kannst du doch was Besseres haben!“Durch unsere interaktive Performance wollen wir zur Beschäftigung mit dem Thema Liebesbeziehungen von körperlich unterschiedlichen Menschen und dem Unbehagen in direkten Begegnungen mit ihnen anregen.Wir wollen die Illusion in der Konstruktion von gesellschaftlichen Normen und deren Handhabung im direkten Kontakt von Menschen erforschen.

Weiterer Gesichtspunkt ist das Ergründen des gesellschaftlichen Konzepts der Ehe. Weg vom christlichen Kontrollmechanismus zur Fortpflanzung steht sie heute als individuelle Entscheidung zur inneren Sicherheit in einer unsicheren Welt. Ist dies auch für „defekte“ Menschen zutreffend?

 

 

Behinderungen I.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Jede mögliche Quelle von Peinlichkeit für den Stigmatisierten in unserer Gegenwart wird zu etwas, wovon wir instinktiv spüren, dass er sich dessen bewusst ist, auch bewusst, dass wir uns dessen bewusst sind, ja sogar bewusst unserer Situation von Bewusstsein hinsichtlich seiner Bewusstheit; dann ist die Bühne bereitet für den unendlichen Regress wechselseitiger Rücksichtnahme[...]." (Stigma: Erving Goffmann)

 

 

In unserer Performance gibt es keine Zuschauer, nur Teilnehmer an einem Theaterexperiment. Wir werden in Form eines Speed Dating mit Beeinträchtigung, die Teilnehmer auf eine Reise zu ihrer eigenen Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung mitnehmen. Wie geht Inklusion? Wie wird Gleichberechtigung gemacht? Alte Fragen, die schon tausendmal beantwortet wurden? Ja und Nein!Wie viel Unbehagen beschert uns die Anwesenheit von behinderten Menschen? Wissen wir wie man sich korrekt verhält? Was ist überhaupt korrektes Verhalten? Politisch korrekt? Menschlich korrekt? Wie fühlt sich das an, etwas nicht zu können? Kann man überhaupt nachvollziehen wie es ist, wenn man für immer körperlich unfähig ist etwas zu tun, das andere als „normal“ empfingen?Um diese Fragen zu erforschen verführen wir unsere Gäste zum rasanten Rendezvous in eine Zauberwelt der 1920er Jahre. Einer Zeit in der verkrüppelte Menschen aus dem Krieg kamen und auf den Straßen sichtbar waren. Einer Zeit des Dadaismus, der sich der verkrüppelten Kunst zugewendet hat. Einer Welt mit neuen Geschlechterrollen. Eine Zeit in der Stolz, Erhabenheit, Etikette und gesellschaftliches Protokoll die Welt organisierten. Aber auch die Zeit einer traumatisierten Gesellschaft, im Nachkriegsdeutschland. Eine Zeit der Verunsicherung, wer ist Freund, wer Feind?Dieser Abend rund um das Speed Dating mit Beeinträchtigung soll zu Begegnungen führen, die anders schwer möglich wären. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem die Teilnehmer sich öffnen können und behindert sein am eigenen Leib erfahren. Es geht darum wie es sich anfühlt um Hilfe zu bitten, oder eine Aufgabe zu erfüllen, obwohl man behindert wird. Es geht um den Austauschmit dem Gegenüber. Wie sie die Behinderung empfindet. Es geht auch darum, körperlich behinderte Teilnehmer mit einer weiteren Behinderung zum Teil der Gruppe zu machen. Und sich trauen unkorrektes zu sagen, fragen oder zu tun. Der spielerische Umgang mit dem eigenen Unbehagen ist zentraler Punkt des Rasante Rendezvous mit Befinde rungen.

 

Uraufführung im Rahmen des Sommerblut Festival Köln, Teilnahme an MADE IN DÜSSELDORF, Forum-Freies-Theater Düsseldorf, Gastspiel in Bochum gefördert durch BOSKOP/Akademisches Förderungswerk der RUB